Sonntag, 17. Dezember 2017
Notruf: 112

Kaminbrand / Schornsteinbrand

Ein Schornstein- oder ein Kaminbrand entsteht, wenn sich durch unvollständige Verbrennung abgelagerter Ruß im Schornstein entzündet.

Beim Verfeuern von Holz erhöht sich das Risiko eines Schornsteinbrands, wenn nasses Holz oder nicht vorgesehene Brennstoffe (z.B. Fett) verheizt und durch unvollständige Verbrennung Rußpartikel (Glanzruß oder Schmierruß) angesammelt werden. Auch bei zu groß ausgelegten Zentralheizungsöfen besteht diese Gefahr, da er bei nicht entnommener Energie die Luftzufuhr drosselt und daher die vollständige Verbrennung nicht möglich ist. Die Ablagerung der Rußpartikel im Schornstein wird auch durch einen zu geringen Luftstrom begünstigt, der u.a. durch einen zu kleinen Querschnitt des Schornsteins verursacht wird.

 

Auslöser des Brandes

Die Ursachen die einen unkontrollierten Schornsteinbrand hervorrufen sind vielfältig

  • starker Wind kann das Brandgut zu stark entfachen, so dass die Flammen höher als sonst schlagen
  • Brandgut das für die Feuerstelle nicht geeignet und vorgesehen ist.
  • langflammiges Brandgut (z.Bsp.: Nadelhölzer) entfachen den Brand.

 

 

 

Verhalten beim Kaminbrand

Ein Schornsteinbrand darf nicht mit Wasser gelöscht werden, da sich im Inneren sofort Wasserdampf (Wasser verdampft im Verhältnis 1:1700) bilden würde, der durch den schlagartigen Druckanstieg den Schornstein schwer beschädigen, möglicherweise auch explodieren lassen kann.

 

Möglichkeiten zur Brandbekämpfung sind:

  •  Verständigen Sie sofort die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 Kontrollieren Sie alle Räume, durch welche der Kamin verläuft, auf Rauch und Hitze.
  •  Verständigen Sie, wenn möglich, Ihren zuständigen Bezirksschornsteinfeger. 
  •  Schließen Sie alle Öffnungen bei welchem zusätzliche Verbrennungsluft in den Rauchfang eintreten kann
  •  Kontrollieren Sie im Dachboden die vorhandenen Kehröffnunge und vergewissern Sie sich, dass sie gut verschlossen und keine brennbaren Gegenstände im Umkreis von 1m gelagert sind.
  •  Stellen Sie sicher, dass in Nachbargebäuden oder den Umgebungsflächen des Gebäudes auf Grund von Funkenflug keine Glutnester bzw. Folgebrände entstehen können.

Vorbeugen von Kaminbränden:

  • Verwenden Sie nur ordnungsgemäßes Brennmaterial
  • Luftzufuhr der Ofenanlage nicht zu stark drosseln oder vorzeitig schließen
  • Für genügend Frischluftzufuhr im Heizraum sorgen

Das Richtige Heizen mit Holz:

  •  Trockenes, naturbelassenes und unbehandeltes Holz oder Holzbrennstoffe. Weniger als 20% Restfeuchte. 
  • Holz bereits gespalten, trocken und gut durchlüftet lagern. Mindestens 2 Jahre. 
  • Mit sogenannten Anfeuerhilfen, wie Holzwolle oder Holzschnitzel. Papier ist zulässig, aber nur in kleinen Mengen. 
  • Kreuzweise, lockeres Aufeinanderlegen der Holzscheiter mit einem Durchmesser von max. 7-10 cm. 
  • Vor dem Anzünden die Luftklappen und den Kaminschieber (wenn vorhanden) voll öffnen. 
  • Bei hohen Feuerräumen erzeugt ein oberer Abbrand weniger Emissionen. Das bedeutet, dass Holz oben angezündet werden soll. Die großen Holzstücke werden aufgeschichtet,  feines Anfeuerholz darauf gelegt und angezündet. Das Feuer brennt dann ähnlich einer Kerze von oben nach unten.
  • Während das Feuer brennt, bleiben die Luftklappen zur Gänze offen. Eine helle,gelb-rötliche und lebhafte Flamme ist Anzeichen für ausreichend Luftzufuhr. Die Luftöffnungen schließen, sobald die Gasbildung abgeschlossen ist und die Glut nur noch kurze, blaue Flämmchen aufweist. Ein Nachlegen von neuem Brennstoff darf nur auf die Glut erfolgen. Unverbrannte Holzstücke in die Glut kehren, damit sie bei hohen Temperaturen verbrennen.
  • Bei guter Verbrennung genügt das Entfernen der Asche aus dem Feuerraum in größeren Zeitabständen, Bedienungsanleitung beachten. Wichtig ist, dass die Asche die Luftzufuhr nicht behindert. Eine Aschenhöhe bis zu 8 cm ist zulässig. Feine, grau-weiße Aschepartikel sind Ausdruck einer vollständigen Verbrennung.
  • Die Kontrolle und Überprüfung der mechanischen und elektronischen Teile der Anlage erfolgen regelmäßig durch eine befähigte Fachfirma. Der Kaminkehrer sorgt für eine regelmäßige Reinigung der Kamine und Feuerstätten. Dadurch werden die Feinstaubemissionen reduziert, wertvoller Brennstoff eingespart, die Kaminbrandgefahr verringert sowie eventuelle Schäden und Probleme frühzeitig erkannt. 
  • Es ist ratsam, sich beim Kauf von Öfen an einen Fachmann zu wenden. Richtig dimensionierte Anlagen ermöglichen einen optimalen Betrieb und eine optimale Verbrennung mit höchstem Wirkungsgrad. 
  • Nur der Fachmann darf einen Ofen installieren. Der Kaminkehrer muss vor der Installation die Eignung des Kamins bescheinigen. Jeder Ofen sollte berechnet und demnach installiert werden.